Kapern sind würzige Gesundheitshelfer

Für was sind Kapern gesund?

Sind Kapern lecker? Finde ich nicht, da können alle noch so lang von „aromatischen Knospen“ schwärmen. Aber sind sie gesund? Glaubt man aktuellen Arbeiten liefern Kapern tatsächlich erstaunliche Vorteile für die Gesundheit.

Was sind eigentlich Kapern?

Kapern sind die fermentierten und in Essig eingelegten Blütenknospen des Kapernstrauchs Capparis spinosa, aus der Familie der Kaperngewächse (Capparidaceae), eng mit den Kohlgewächsen (Brassicaceae) verwandt. Es gibt 40-50 Gattungen, 700-900 Arten.

Kapern stammen aus dem Mittelmeerraum, sind aber heute weit verbreitet, überall, wo es das Klima erlaubt. Und Kapern gedeihen in ziemlich unwirtlichen Regionen, ertragen Dürre und salzhaltige Böden gut. Außerdem schützt ihr ausuferndes Wurzelsystem den Boden vor Erosion. Da haben sie einiges mit Buchweizen gemein: Eine anspruchslose Pflanze mit medizinischem Potenzial.

Traditionelle Verwendung von Kapern

Die Früchte und Wurzeln des Kapernstrauchs haben eine uralte Geschichte als Kräutermedizin. Traditionell werden sie unter anderem gegen Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, Lähmungserscheinungen und mentale Störungen eingesetzt. Auch Gicht und rheumatoide Arthritis wurden damit behandelt.

Was macht Kapern so wertvoll?

Kapern enthalten allerlei sekundäre Pflanzenstoffe.

Alkaloide: stickstoffhaltige Verbindungen, die oft bitter schmecken.

Steroide: Verbindungen mit einem Kohlenstoffgerüst ais ver verschmolzenen Ringen. Sie ähneln tierischen Hormonen und Cholseterin.

Terpenoide: Verbindungen, die sich aus Isopreneinheiten aufbauen, die wiederum eine besondere Form eines ungesättigten Kohlenwasserstoffes sind. Viele ätherische Öle bestehen aus Terpenoiden.

Tocopherole: Vitamin E

Flavonoide sind eine Gruppe von Polyphenolen. in Kapern überwiegen Rutin und Quercetin.

Außerdem werden sie für ihren hohen Gehalt an Vitaminen (B1, B3, B6, B9 und

ein bisschen Vitamin E), Mineralstoffen (Calcium, Eisen, Kalium, Phosphor, Magnesium, Zink und Mangan) und Ballaststoffen geschätzt.

Pharmakologische Wirkung

Es gibt viele Studien zur pharmakologischen Wirkung von Kapern, aber einig ist sich die Wissenschaft bisher nicht geworden. Wie so oft findet man zwar eine Korrelation zwischen dem Verzehr von Kapern oder der Einnahme von Pflanzenextrakten, aber damit ist noch lange nicht bewiesen, dass auch ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Trotzdem ist es verblüffend, wie viele Dinge sich verändern, wenn Kapern im Spiel sind. Kapern…

wirken antidiabetisch

Die Wirkstoffe der Kapern senken den Nüchternblutzucker und reduzieren Anteil glykosilierten Hämoglobins, HbA1c, auch als Langzeitzucker bekannt. Wahrschienlich beruht dieser Effekt darau, dass Kapernwirkstoffe die Resorption von Kohlenhydraten im Darm hemmen.

schützen vor Fettleibigkeit

In diabetischen Ratten führte ein Extrakt aus Kapernäpfeln zu einem deutlichen Gewichtsverlust

senken den Cholesterinspiegel

Bei Typ 2 Diabetikern sanken die Triglyceride im Blut nach der Einnahme eines Extrakts aus Kapernäpfeln. Möglicherweise hemmt der Extrakt ein Enzym, die HMG-CoA Reduktase, die den entscheidenden Schritt der Synthese von Cholesterin katalysiert. Auch Statine zur Reduktion des Cholesterinspiegels greifen hier an.

senken den Blutdruck

Die Einnahme eines Extraktes aus Kapernäpfeln konnte in einer Studie den systolischen (oberen) Wert des Blutdrucks senken.

schützen die Leber

Due Einnahme eines Extraktes aus Kapernäpfeln verbesserte in einer Studie die „Leberwerte“. Die setzen sich aus der Blutkonzentration verschiedener Enzyme, die vor allem in der Leber aktiv sind und deren Anwesenheit im Blut auf eine Schädigung des Gewebes schließen lassen, zusammen.

sind krebshemmend

Sie enthalten Quercetin, das in vielen Pflanzen vorkommt und für seine

krebshemmende Aktivität bekannt ist. Das Flavonoid setzt die Lebensfähigkeit von Krebszellen deutlich herab.

wirken antimikrobiell, entzündungshemmend und antioxidativ

Das übrige Blabla, das man fast allen Pflanzenstoffen nachsagt. Nicht wirklich Blabla, aber auch keine Überraschung.

Nennenswert ist aber vielleicht die Beobachtung, dass Kapern den kognitiven Verfall aufhalten können. Vielleicht liegt das daran, dass Quercetin Kaliumkanäle in der Membran von Nervenzellen aktiviert, die deren Erregbarkeit sicherstellen.

Außerdem können Kapern die Vermehrung des HI-Virus hemmen.

Und hypnotisch sind sie auch noch 😉 und wirken ähnlich wie Diazepam, auch als Valium bekannt.

Was noch zu bemerken wäre…

Die Studien, die zu dieen Erkenntnissen führten, wurden mit Pflanzenextrakten, die meist aus der Frucht hergestellt wurden, durchgeführt. Vermutlich müsste man Tonnen von Kapern, oder besser noch Kapernäpfeln, verspeisen, um eine Wirkung zu erzielen. Aber für die Pharmaindustrie sind sie wohl ziemlich interessant.

Kapern in der Küche

Spontan fallen mir Königsberger Klopse und Vitello Tonnato ein. Dann sind sie noch maßgeblich am Geschmack von Spaghetti alla Puttanesca beteiligt. In der Mittelmeerküche werden sie gern verwendet. Kapernäpfel* eignen sich als Antipasto oder Zutat in Salaten. Sie schmecken übrigens zarter. Der Geschmack erinnert mich an grüne Oliven, das Mundgefühl, wegen der kleinen Samen, an Feigen. Sie sind meine Favoriten.

Alle Organe des Kapernstrauchs sind essbar und enthalten die wertvollen Inhaltsstoffe. Also guten Appetit 🙂

Kapern werden entsprechend ihrer Größe in verschiedene Klassen eingeteilt. Je kleiner die Knospe, desto aromatischer soll sie sein.

Nonpareille (ca. 5-7 mm) z.B. Nonpareilles 700g von Dittmann*

Surfines (ca. 7-8 mm) z.B. ein Sammelpack von Kattus*

Capucines (ca. 8- 9 mm) z.B. von Ibero*

Capotes (ca. 9-11 mm) z.B. die PRIBO KAPERN CAPOTES*

Fines (ca. 11-13 mm) z.B. von Pribo*

Hors calibre (ca. 13-15 mm) – schwer zu bekommen

Quellen:

Annaz, Hassan et al. “Caper (Capparis spinosa L.): An Updated Review on Its Phytochemistry, Nutritional Value, Traditional Uses, and Therapeutic Potential.” Frontiers in pharmacology vol. 13 878749. 22 Jul. 2022, doi:10.3389/fphar.2022.878749

Olas, Beata. “The Current State of Knowledge about the Biological Activity of Different Parts of Capers.” Nutrients vol. 15,3 623. 25 Jan. 2023, doi:10.3390/nu15030623

Perna S, Rafique A, Rondanelli M, Allehdan S, Riso P, Marino M. Effect of caper fruit (Capparis spinosa L.) consumption on liver enzymes, lipid profile, fasting plasma glucose, and weight loss. A systematic review and a preliminary meta-analysis of randomized controlled trials. Biomed Pharmacother. 2023;168:115638. doi:10.1016/j.biopha.2023.115638




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